Dactylorhiza sambucina (L.) Soó

Dactylorhiza sambucina Blütenstand 09

Passin, 04.05.2003, bei Bad Kreuznach

Dactylorhiza sambucina Habitus 09

Passin, 04.05.2003, bei Bad Kreuznach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dactylorhiza sambucina Verbreitungskarte

Verbreitungskarte Dactylorhiza sambucina Soó

Holunder-Knabenkraut, Holunder Fingerwurz

Lebensraum:
Kurzrasige, magere, und neutrale bis mäßig saure Böden.

Blütezeit: Mitte April bis Mitte Mai

Anmerkung:
Die Art war noch im 19. Jahrhundert in der Pfalz durchaus häufig, aber viele der bei Schultz (1846) für die Pfalz genannten Fundstellen sind mittlerweile erloschen. Am Ostrand des Pfälzerwaldes (die Haardt) gibt es aktuell keine einzige Population mehr. Dort gilt die Art schon seit längerem als ausgestorben (vergl. H.-E. Salkowski 1985 und M. Kropf 2008). Die wenigen, übriggebliebenen autochthonen Vorkommen im Nahegebiet bei Bad Kreuznach sowie in Rheinhessen und am Donnersberg, zeigen in den letzten 25 Jahren gleichbleibende bis abnehmende Populationsgrößen (AHO-Kartierung). Dort gibt es auf Porphyr-Verwitterungen heute (fast) ausnahmslos nur gelbblühende Pflanzen. Dies ist europaweit ein gewisses Novum, denn typischerweise treten rot- und gelbblühende Individuen gemischt in den Populationen auf. In der Kartierung des AHO sind zwischen 1990 bis aktuell 18 Fundstellen mit mindestens einer blühenden Pflanze je Fundstelle/Jahr belegt. Dies deckt sich in etwa mit der publizierten Bestandserhebung bei M. Kropf (2008). Die bei ihm angegebenen blühenden Individuenzahlen aus 2006, über 2800 blüh. Exemplare in 15 Biotopen, dürften schon die insgesamt mögliche Obergrenze darstellen. In der AHO-Kartierung sind im Schnitt der Jahre niedrigere Stückzahlen angegeben. In den heute noch bestehenden Biotopen werden meist Pflegemaßnahmen durchgeführt (auch Schafbeweidung). Die Standorte unterliegen häufig einem Schutzstatus (NSG, ND, GLB). Bedingt durch klimatische Einflüsse zeigen sich von Jahr zu Jahr starke Schwankungen der blühenden Pflanzen. Rote Liste Rheinland-Pfalz 2, im Saarland wurde die Art noch nie nachgewiesen.