Halbtrockenrasen auf kalkhaltigem Löss

Am östlichen Rand des Maifeldes fließt östlich von Dreckenach der Nothbach zur Mosel hinab. In diesem Talabschnitt befindet sich ein Trespen-Halbtrockenrasen auf Lößboden.

Das Gelände liegt geschützt in einer kleinen Senke, umgeben von Wald und Buschwerk.

Endeckt wurde es 1970 von dem AHO-Mitglied Hans Hoffmann aus Mayen-Hausen (A. Berlin & H. Hoffmann, 1971).

In den ersten Jahren konnte er Orchis anthropophora (L.) Allioni / Ohnsporn (damals noch Aceras anthropophorum (L.) W. T. Aiton) und Orchis militaris L. / Helmknabenkraut nachweisen.

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Orchis anthropophora im Trespen-Halbtrockenrasen
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Bestand von Orchis militaris und Orchis ×spuria
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Orchis anthropophora
 

1980 tauchte dann die Hybride zwischen diesen beiden Arten auf (H. Hoffmann 1983 ). Sie trägt den Namen Orchis ×spuria Rchb. fil.

Zu diesem Zeitpunkt kannten schon einige Orchideeologen das Biotop. Es ist also möglich, dass ein Mensch hier zwischenzeitlich die Kreuzbestäubung vorgenommen hat, um einen sehr schönen und seltenen Hybriden zu erzeugen. Es ist aber auch durchaus möglich, dass die Entstehung einem Insekt zu verdanken ist. Wie dem auch sei, die Samen der Hybride scheinen fruchtbar zu sein, denn die Anzahl der Pflanzen nahm stetig zu und in den letzten Jahren konnte man jeweils mehr als zwei dutzend Pflanzen bewundern.

Allgemein ist bekannt, dass Orchideenhybriden häufig einen besonders kräftigen Habitus besitzen und die Blüten sehr farbintensiv sind. Diese Besonderheit trifft auch im Nothbachtal zu. Orchis ×spuria überragt seine Eltern bei weitem und die Blütenstände zeigen sich in einem leuchtendem Rot.

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Einblick ins Biotop
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Orchis anthropophora und Orchis ×spuria
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Die Blütenkerzen der Hybride
 

Wegen der Verbuschung des Habitats und Verfilzung der Grasnarbe wurde 1986 unter der Leitung von Hr. H. Neumann aus Koblenz die erste Pflegemaßnahme durchgeführt. Im Wechsel von 2-3 Jahren wird dies wiederholt, um das Biotop in einem stabilen Zustand zu halten. Während der Bestand von Orchis militaris sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert hat, ist bei Orchis anthropophora eine Zunahme zu beobachten. Die submediterrane Art reagiert positiv auf die Pflege.

Damit befindet sich in diesem Lebensraum die stärkste Population des Ohnsporns im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Eine Gefährdung für dieses Gelände von landesweiter Bedeutung, besteht zur Zeit nicht.

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Orchis ×spuria
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Orchis militaris
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Orchis militaris
 

Literatur:

Berlin, A. & Hoffmann, H. (1971): Neu-und Wiederfunde seltener Gefäßpflanzen in der östlichen Eifel zwischen Mosel und Ahr (Auswahl) – Decheniana, Band 123, 1-2, 59-65, Bonn.

Hoffmann, Hans (1983): ×Orchiaceras spuria Camus in der Moseleifel – Mitteilungsblatt AHO Hessen / Rheinland-Pfalz, Heft 2, 84-85.